Nicht
Höchstgeschwindigkeit oder Leistung des Motorrades stehen hier im
Vordergrund sondern Körperbeherrschung, Geduld und das richtige Zusammenspiel
zwischen Gas, Bremse und Kupplung.
Was ist Trial?
Einen schwierigen Geländeabschnitt mit dem Motorrad möglichst
fehlerfrei zu bewältigen. Es kommt auf einen Versuch an, die „Sektion“
zu schaffen. Das Abstützen mit den Händen, den Füßen
oder ein Sturz, wird von einem Kampfrichter mit Strafpunkten geahndet.
Der Fahrer mit den wenigsten Strafpunkten gewinnt den Wettbewerb. Trial
wird im Stehen gefahren.
Woher kommt der Trial-Sport?
Motorrad-Trial hat seinen Ursprung in der Zeit vor dem ersten Weltkrieg
und kommt aus England. Sehr bald entwickelte sich die sog. „Sixdays“,
ein Sechs-Tage-Zuverlässigkeitsfahren. Gestestet wurde die Zuverlässigkeit
der damals noch jungen Motorräder. „Trial“ bedeutet übersetzt
soviel wie „Probe, Versuch, Übung“.
Zeit und Geschwindigkeit
spielen beim Trial fast keine Rolle. Viel wichtiger sind die Motorrad-
und Körperbeherrschung, Balance, Konzentration, Kondition und (viel)
Geduld.
In einem Trial-Wettkampf gibt es in der Regel acht Sektionen und vier
Durchgänge. An jeder Sektion gibt es einen Punktrichter. Jeder Fahrer
hat seine Punktekarte bei sich, auf der die Fehlerpunkte jedes Abschnitts
eingetragen werden. Pro Sektion „kassiert“ man maximal fünf
Strafpunkte. Nur bei fehlerfreien Durchfahren kommt man mit 0 Punkten
davon.
Die Sektion
ist der Prüfungsabschnitt, in dessen Bereich der Fahrer bewertet
wird und Strafpunkte kassieren kann, und zwar ohne vorher die Strecke
trainieren zu dürfen. Vor dem Durchfahren besichtigt der Fahrer die
Strecke und schaut sich die Anforderungen genau an: Steilhänge, zu
überspringende Hindernisse, ob der Boden glatt oder steinig ist.
Die Sektion ist bis zu 50 Meter lang und wird mit Banden genau abgesteckt.
Die Strecke ist zwischen einem halben und drei Meter breit. In der Sektion
kann jeder Fahrer seine eigene Spur suchen, er muss lediglich innerhalb
der Markierungen bleiben.
Man muss natürliche oder künstliche Hindernisse überfahren,
zum Beispiel Felsen, Baumstämme, Bachdurchfahrten, Auf- und Abfahrten,
Steinhaufen. Künstliche Hindernisse wären Betonröhren,
Autos, Mauern, Paletten-Stapel und alles, was dem Veranstalter noch einfällt.
Oft sind Sektionen so schwierig, dass manche Fahrer Mühe haben, zu
Fuß durchzukommen.
Ein Trial-Wettbewerb
dauert zwischen zwei und sieben Stunden, je nach Anzahl der Sektionen
und Teilnehmer. In jeder Sektion ist immer nur ein Fahrer unterwegs.
Die Leistungsklassen
bei den Veranstaltungen werden nicht in Hubraum oder PS-Klassen unterteilt,
sondern vielmehr ist die Leistung des Fahrers entscheidend. Je höher
die Klasse, desto schwerer sind die Sektionen.
Klasse 7: Schnupperklasse
Fahrräder und kleine Automatik-Motorräder.
Klasse 6: Neulinge
Jeder der ein Motorrad fahren kann, egal ob Kind (ab 6 Jahre) oder Senior.
Klasse 5: Anfänger
Hindernisse sind z.B. Steine von ca. 40 cm Höhe, Baumstämme
von ca. 50 cm Durchmesser.
Klasse 4: Fortgeschrittene
Die Steinstufen sind etwas höher und Abstände davor kürzer,
die Kurven enger.
Klasse 3: Spezialisten
Stufenhöhe kann bis zu einem Meter betragen.
Klasse 2: Experten
Klasse 1: Profis
Meisterschaftsläufe
Ein Trialmotorrad
ist heute ein Spezialfahrzeug, extrem leicht, wendig, mit viel Bodenfreiheit,
das nur noch zum Trialfahren taugt. Es gibt keine Sitzbank, man fährt
im Stehen. Um fit zu sein, muss man sich auch um sein Fahrzeug kümmern.
Nicht nur putzen ist angesagt, sondern auch Ölwechsel, Kontrolle
der Bowdenzüge, Kette, Kettenräder, Zündkerze, die es gegebenenfalls
auszuwechseln gilt.
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